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Freitag, 18.06.2021
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2.Wie schaffst du...

Wie schaffst du das alles, als Frau?

Ach, bin ich stolz, dass ich eine Frau bin. Es ist so wunderbar seine Weiblichkeit zu zeigen. Ich bin als Frau geboren und das hat sicher seinen Grund.Smiley

Hier in Spanien bin ich sogar eine ganz besondere Frau. Auf dem Fahrrad, mit vielen Jacken und einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von 22km/h, bin ich als Frau nicht immer gleich zu erkennen. Das sieht dann meist so aus: Wir fahren an Passanten vorbei und man staunt über unsere Gefährte. Üblicherweise vermutet man hier keine Frau auf dem Sattel. Aber wenn wir fast vorbei gehuscht sind, kommt die Erleuchtung. Wow, ein Frau. Dann kommt es vor, dass die Leute uns den hier so beliebten erhobenen Daumen zeigen. SmileyDafür bekommen sie von mir auch ein Lächeln. Man muss wissen, dass die Spanier zu uns äußerst zurückhaltend sind und solche Gesten mehr als das Normale bedeuten. Die spanischen Männer sind meist sehr sensibel. Nur manche lassen hier gern so den echten Kerl heraushängen.

Das sieht dann meist so aus: Sie sehen mich an, dann falle ich in das Raster Fahrrad mit Radler. Da aber Männer mit stark ausgeprägten Sensoren für frauliche Reize ausgestattet sind, kommt sogleich die Erkenntnis: Der Radler ist eine Frau! Nun verändert sich der Blick der Männer drastisch. Die Augenbrauen werden nach oben geschoben, oft auch die Mütze, die Augen werden auch viel größer und der Mund bleibt meist offen stehen. Es fällt mir in dem Moment so schwer, ein Lachen zu unterdrücken, denn dieses Staunen ist tolle Bewunderung für mich.
Frauen reagieren da ganz anders. Sie sind glücklich, dass ich eine Frau bin und schauen mich mit dem Blick an: Eine von uns, wow! Hier muss ich  Lachen, denn das ist frauliche Kommunikation und heißt soviel wie: Ja, ich vertrete uns Frauen!
Wenn wir mit Leuten ins Gespräch kommen, kann man  sehr schnell verstehen, das Wolfram mit dem Rad fährt, aber ich als Frau... Sie vermuten bei mir dann meist ungesehene Kräfte Smileyund ihr Blick schweift suchend an meinen Körper herum.
Nein, ich bin nicht Miss Universum. Natürlich, es ist auch eine Frage der Kraft, aber vor allem eine der Motivation. Ich bin eben eine Frau und was für eine!!!

Ich werde oft von Frauen gefragt, wie ich es geschafft habe, mich von meinem Sohn zu lösen. Dazu muss ich sagen, dass ich mich gemeinsam mit meiner Familie über 2 Jahre darauf vorbereitet habe. Mein Sohn Philipp (vor dem Start 19), hat mir dabei sehr viel geholfen und viele meiner Ängste und Sorgen zerstreut. Mein Mann war stets ein guter Berater für mich und für Philipp ein guter Freund. Er hatte so viel ausgeglichen, aber das ging nur weil, wir alle drei sehr ehrlich zueinander waren und vor allem zu uns selbst.

Trotzdem, es kam der Tag unseres Starts in die Welt. Ich hätte meinen Sohn gerne noch einmal gesehen, doch wäre ich dann losgefahren? Ich war so froh, dass er am Abreisetag nicht gekommen ist. Das hätte mein Herz nicht ausgehalten. Seins bestimmt auch nicht.
Schon 3 Tage später war ich am Boden zerstört, er fehlte mir so. Ich ärgerte mich über mich selbst sehr. Ich konnte ihn einfach nicht loslassen. Doch dann erkannte ich, der Schlüssel zu einem besseren Befinden ist Vertrauen und Zeit. Wolfram fing all meine Tränen auf und irgendwann konnte ich darüber reden. Über das Vertrauen kann man reden und die Zeit macht den Rest. Ich habe Philipp alles gegeben, was mir wichtig erschien und dies mit den allerbesten Absichten. Jetzt muss ich ihm das Recht eingestehen, seine Erfahrungen selbst zu machen. Wenn wir den Kindern das Recht nehmen Fehler zu machen, dann nehmen wir ihnen die Möglichkeit, aus ihren Entscheidungen zu lernen, was für sie gut oder nicht gut ist. Und wenn sie dies nicht lernen können, können sie sich selbst nicht bewusst werden.