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Montag, 06.12.2021
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Mauretanien

Informationen über das Land findet ihr auch in den Kurzgeschichten, besonders in den Reiseberichten und natürlich auch im "weblog" der "Thüringer Allgemeine".

Ein Querschnitt von Strassen, Verkehr, Mentalitäten, Kontakt, bis zu Verhaltensregeln und Internet.


Straßen/Pisten/Verkehr

Das Straßennetz ist zwischen den Hauptknotenpunkten überwiegend asphaltiert und gut befahrbar. Eine echte Fahrfreude ist die gerade fertig gestellte Strasse von der marokkanischen Grenze bis Nouakchott. Hinter Nouakchott wird es dann bald eine Herausforderung, die sicher schon so manche Speiche gekostet hat, aber es ist gut machbar. Die Pisten sind überwiegend sandig, von festgefahrenem Sand bis sehr weich. Eigentlich kann man die Sandstrecken nicht fahren, wenn man sich nicht gerade auf stundenlanges Schieben durch Dünen im tiefen und weichen Sand freut. Ist auch gefährlich, wenn das mitgeführte Wasser knapp wird.
Der Verkehr ist afrikanisch chaotisch. Da aber jeder immer mit ALLEM rechnet, passen alle entsprechend auf, so dass kaum etwas passiert. Zumindest haben wir in den 6 Monaten nicht viel gesehen. Schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass eigentlich Keiner eine Fahrerlaubnis hat und Gefährte unterwegs sind, die weder Lenkung noch Bremsen als eine funktionierende Eigentümlichkeit aufweisen können.
Dennoch fand ich es jeden Tag als ein außergewöhnliches Erlebnis zu sehen, wie sich in dem absoluten Chaos der sich gegenseitig verkeilenden und blockierenden Fahrzeuge aller Größen, sich dann doch noch alles organisiert und wieder einen Weg findet, so dass es weiter geht. Es erfordert ein Höchstmaß an gegenseitiger Achtung, sich so zu arrangieren, ohne dass es zu Auseinandersetzungen kommt. Natürlich wird sofort gehupt, was das Ding hergibt, wenn der Fahrer nicht spätestens bei Grün losgefahren ist. Schließlich geht es ja auch hier, genau wie in Europa, um das nackte Überleben. SmileyInsofern wieder ein kleines Heimatgefühl.


Klima/Vegetation/Tierwelt


Das Wüstenklima erlebten wir in einer Sommerhitze, die das mitgeführte Thermometer nicht selten über 59Grad jagte. Da es aber recht trocken ist, wird es erträglich. In der Zeit zwischen 13-17 Uhr sollte man schnell den Schatten aufsuchen, wenn man sich nicht der Gefahr eines Hitzeschlages aussetzen will. Doch der Körper meldet sich rechtzeitig, mit solcher Leistungsverminderung und dann bald einsetzenden Beschwerden der verschiedensten Art, dass man schnell selbst auf die Idee kommt, sich auszuruhen.
Die Vegetation gestaltet sich äußerst vielfältig und wird besonders in den Morgen- und Abendstunden recht farbenfroh. Je näher man dann dem Senegal kommt, um so mehr Vegetation zeigt sich. Als Tierwelt sieht man eigentlich nur Kamele, Kamele, Kamele, manchmal auch Ziegen.

Wasser und Verpflegung


In die Wüste sollte man nicht ohne die Möglichkeit genug Wasser mitzunehmen fahren, denn man verbraucht weit mehr, als man es bisher gewöhnt war. Abzuraten ist grundsätzlich davon, mit dem Flieger nach Mauretanien zu kommen und dann in der Sahara Radfahren zu wollen, wenn man nicht über entsprechende Erfahrungen verfügt.
Da wir generell - seit Deutschland ununterbrochen - nur Leitungswasser, oder aus den Brunnen trinken, hatten wir keinerlei Probleme mit ungefiltertem Wasser. Wer allerdings mit dem Flieger aus Europa kommt, sollte schon vorsichtig sein, denn der Körper dürfte wahrscheinlich nicht die nötigen Abwehrkräfte aufweisen.
Gegessen wird fast ausschließlich Reis oder Nudeln, mit Kamel- oder Ziegenfleisch.
Ausführlicher Infos in unserem Reisebericht: ...480 km durch die Sahara....

Freecamping


Generell überall möglich. Man sollte nur aufpassen, dass man nachts nicht Besuch bekommt. Also, weit genug weg oder bei den Bewohnern. Wir hatten nie Probleme.

Verständigung


Amtssprache ist Französisch, wobei man eigentlich überall in "Hassania", den traditionellen Sprachen angesprochen wird. In den ländlichen Gebieten verstehen die einfachen Leute oft auch kein Französisch. Englisch wird nur vereinzelt in touristischen Orten gesprochen.
Wer sich in Körpersprache auskennt, und die "Internationale Sprache" beherrscht, kommt zumindest zurecht.

Mentalität und Kontakt finden


Die Mauretanier sind sehr nett, hilfsbereit und interessiert.
Es gibt aber eine Grundregel:
Wenn dich jemand anspricht, kannst du mit 99%iger Sicherheit davon ausgehen, dass er etwas von dir will. Ein Geschenk, Geld, dein Fahrrad, eigentlich alles, oder dir etwas für dich unentbehrliches verkaufen will...
Zeitweise hilft nur, sich die Leute konsequent vom Leibe zu halten. Da die Einheimischen sich untereinander nicht wesentlich weniger anbetteln, kann man deren Verhalten gut als Richtung nehmen.
In Kontakt kommt man am leichtesten, wenn man jemanden kennen lernt, der dann jemanden kennt. Dann sind bald viele Türen offen.
Allerdings nicht vergessen, die Leute erwarten immer eine Gegenleistung, oft nur symbolische Geschenke, so als Zeichen der Achtung.

Religion und Verhaltensregeln


Prägend ist auch hier der Islam, der als Staatsreligion mit marrokanisch gewohnter Konsequenz ausgelebt wird, zumindest offiziell. In der Wüste wurden wir in einem Nomadenzelt gefragt, warum wir KEINE Muslimen sind, so als ob es nichts Anderes auf der Welt gäbe. Man kann sich auch hier darauf einstellen, ständig bekehrt zu werden, da die Muslimen glauben, dass jeder, der kein Muslime ist, in die Hölle kommt, und sie insofern um dein Seelenwohl besorgt sind....
Die Kleidung ist fast ausschließlich traditionell, sehr extrem bei den Frauen zu beobachten, die zu 99% verschleiert sind, bis hin zu schwarze Gewändern, in über 40 Grad Hitze!
Außerhalb der großen Städte kann es schon vorkommen, dass einer Frau von anderen Frauen ein Kopftuch angeboten, oder einfach umgelegt wird, da sie es nicht verstehen, dass man kein Solches trägt. Interessant ist, dass das Kopftuch lt. Koran eben nicht getragen werden muss, aber alle tun so, als müssten sie.
Nouakchott gibt sich als liberale, weltoffene Großstadt, in der man auf die Kleidung der Europäer nicht so sehr achtet. Es empfiehlt sich allerdings, wenn man mit den Menschen in Kontakt kommen will, sich den Kleidungsrichtlinien nicht all zusehr zu widersetzen.
In Mauretanien sollten man etwas den Islam kennen, sonst versteht man die Menschen eigentlich nicht.



Internet


Natürlich sind die Internetverbindungen nicht so schnell und stabil, wie in Deutschland z.B., doch man kann mit etwas afrikanischer Geduld, gut seine Mails abfragen und beantworten, sowie in Internet surfen. Die Kosten liegen bei 200 UM/h.  Skype, MSN... und Webcam sind allgemeine eine Selbstverständlichkeit.



Arbeiten im Land


War uns leicht möglich, kann man aber nicht generell sagen, da wir offensichtlich sehr großes Glück hatten, die richtigen Menschen kennen zu lernen.

Gefahren


Mauretanien hat eine fast bei Null liegende Kriminalität, die mit Gewalt zusammenhängt. Diebstahl und Betrug gelten hier wahrscheinlich nicht als Kriminalität. Wie es allerdings jetzt nach dem politischen Machtwechsel aussieht, können wir nicht beurteilen.

Wir hatten, von der Belästigung durch Bettelkinder mal abgesehen, überhaupt keine Probleme!